Winzerhände sprechen Bände

… Für Lieder, die sich als Weinfest-Mitgröler eignen würden, machte das Quartett kein Fass auf. Es steht vielmehr für anspruchsvolleren, handgemachten Pfalz-Folk und beleuchtet mit subtilem Blick und einfühlsamen Worten die Eigenheiten der Pfälzer, ohne dabei Klischees wie die von Sängerkollegen zu oft besungene „Lewwerworscht“ überzustrapazieren. Im Haus am Westbahnhof nahm die Gruppe die Besucher mit auf einen Streifzug durch die Kulturgeschichte des Weins, ließen dessen Einmarsch in die Pfalz an Bord römischer Schiffe „mit großen hölzernen Fässern voller Wein“ Revue passieren und taten allerlei Besonderheiten rund um den Rebensaft kund. Sie taten dies mal in Manier mittelalterlicher Spielleute, mal bluesig, mal swingend, mal melancholisch, mal leutselig – immer überaus professionell und hörenswert … Begleitet von vielerlei Instrumenten … gab die Gruppe unter anderem Gedichtvertonungen wie „Der Tod“ von Lessing zum Besten und arbeitete dabei präzise das Feinsinnig-Leichte heraus, münzte es um auf die Gegenwart. Zur Unterstützung holte sich das Quartett ab und an Künstler wie etwa Raymond Meisters mit seinem schmeichelnden, tanzenden, weinenden Akkordeon oder den Mundartpoeten Wilfried Berger auf die Bühne. Letzterer erntete für seine humorige Lyrik und Prosa verständnisvolle Lacher …

DIE RHEINPFALZ am 03.09.2013, anläßlich der Veranstaltung „Winzerhänd – Musik und Poesie um den Wein“ am 31.08.2013 im Landauer „Haus am Westbahnhof“, zusammen mit den Gästen Raymond Meisters und Wilfried Berger

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